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Menschenhandel - ein lukratives Geschäft

Mädchen und Frauen werden mit falschen Versprechungen, wie Arbeitsangeboten (als Köchinnen, Kellnerinnen, Haushaltshilfen, Aupairs) oder Heiratsaussichten, ins Ausland gelockt oder mit Gewalt verschleppt. Die schlechten wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen in den Heimatländern wie Nepal, Bangladesh oder betroffenen Regionen Indiens lassen die Mädchen und Frauen den Versprechungen Glauben schenken.



Die Bedingungen, unter denen die zumeist minderjährigen Opfer zum Sex gezwungen werden, sind erschütternd. Die Mädchen werden zunächst von erfahrenen Frauen, häufig unter Anwendung brutaler Gewalt, gefügig gemacht. Innerer Widerstand wird gebrochen, Persönlichkeiten zerstört. Gerettete Frauen berichten von Gruppenvergewaltigungen, Folter in Form von vaginalen Elektroschocks und Verbrennungen der Brustwarzen mit Zigaretten sowie dem Einsatz von Drogen. Ist der Wille der Opfer gebrochen, müssen sie wehr- und schutzlos ertragen, was tagtäglich mit ihnen geschieht. Bis zu dreissig Kunden pro Tag müssen sie empfangen, Kondome werden nicht regelmäßig benutzt. Die Zahl der mit HIV/AIDS infizierten Frauen wächst dramatisch an. Dazu kommen Krankheiten wie Hepatitis, Tuberkulose sowie verschiedene Geschlechtskrankheiten.

Die Rescue Foundation befreit Mädchen aus den Bordellen

Diese grausamen Tatsachen sind die Motivation für die Arbeit der Rescue Foundation. Als eine von wenigen Organisationen in Indien führt die Rescue Foundation detailliert recherchierte und eigenständig vorbereitete Rettungseinsätze in Zusammenarbeit mit der Polizei durch. Nach dem Tod ihres Gründers, Balkrishna Acharya, wird die Organisation von seiner Frau, Triveni Acharya, geleitet. Die Rescue Foundation hat durch ihre spektakulären Rettungseinsätze bereits hunderte von Mädchen befreit.

Die befreiten Mädchen verbringen im Schnitt zwischen drei und sechs Monate in den Rescue Centers in Mumbai oder Pune. So lange dauert meist die Vorbereitung ihrer Rückführung zu ihren Familien oder falls dies nicht möglich ist zu Partnerorganisationen in ihren Herkunftsgebieten. Während ihres Aufenthalts im Rettungs- und Schutzzentrum werden die befreiten Mädchen und Frauen medizinisch versorgt, psychologisch betreut und können an verschiedenen Ausbildungsprogrammen teilnehmen. Alle Mädchen, die gerne Lesen und Schreiben lernen möchten, werden unterrichtet.

Für junge Frauen, die nicht in ihr Heimatland zurückkehren können, betreibt die Rescue Foundation in Lalonde, 90 Kilometer nördlich von Mumbai, ein Schutzzentrum, in dem die Frauen längerfristig wohnen können.

Ziele und Visionen:

  • Die Rotlichtviertel in Mumbai, Puna und Surat sollen weitgehend frei von minderjährigen Mädchen sein. Diesem Ziel kommt die Rescue Foundation mit gezielten Aufklärungskampagnen und verstärkten Rettungsaktionen jeden Tag ein Stück näher.
  • Opfer in der Zwangsprostitution sollen so früh wie möglich aus den Bordellen befreit werden. Je länger eine junge Frau in der Gefangenschaft verbringt, desto mehr wird das Vertrauen und jeglicher Wille zu fliehen gebrochen.
  • Durch Informationskampagnen in verschiedenen Kreisen wie lokalen Behörden, Polizei und auf Regierungsebene soll die Thematik des Menschenhandels und Zwangsprostitution verstärkt aufgegriffen und behandelt werden.




Bild oben: In diesen "Hidden cells" werden minderjährige Mädchen in den Bordellen versteckt.

Bild mitte: Gerettet und auf dem Weg nach Hause. Die Rescue Foundation bringt diese befreiten Frauen zurück in ihre Heimat

Bild unten: Triveni Acharya, Präsidentin der Rescue Foundation engagiert sich für Mädchen und Frauen in der Zwangsprostitution und setzt damit ihr Leben aufs Spiel